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Über Uns

Die Verfasser blicken zurück auf ein turbulentes Jahr 2013. Und sie blicken voraus auf ein womöglich noch turbulenteres Jahr 2014.
Mit Beiträgen von Ron Paul, Oliver Janich, David D. Friedman, Stefan Blankertz, Lew Rockwell, Michael von Prollius und vielen anderen…
Wir präsentieren Euch den Teil der Freiheitskeime 2014 über die Sons of Libertas…
Vielen Dank an Dominic Röltgen für den Artikel und Vielen Dank an Henning Lindhoff, dass die SoL Erwähnung in einem so hochkarätig besetzten Buch gefunden haben.

Hier der Artikel aus dem Buch…

Wer und was sind die „Sons of Libertas“, und was wollen sie?

„The only faith we have is faith in us“
Portugal. The Man

von Dominic Röltgen

Um den politischen Liberalismus ist es in Europa und speziell in Deutschland schlecht bestellt. Das sollten Liberale hierzulande nicht erst seit dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag bei den Wahlen dieses Jahres bewusst geworden sein. Zumal sowieso darüber gestritten werden kann, inwiefern diese Partei rund um ihre machtbesessene Führungsetage überhaupt noch liberale Werte vertreten hat. Auch in der Medienlandschaft kommt die Idee der Freiheit des Individuums nicht sonderlich gut weg. Offizielle Umfragen zeigen schließlich schon lange, dass die Mehrzahl der Journalisten sich eher von den rot-grünen Umverteilungs- und Sozialstaatsideen angezogen fühlt, als von der Idee, den Menschen endlich mehr Vertrauen und Verantwortung für ihr eigenes Leben zu schenken. Ebenso mau sieht es im Bereich deutschsprachiger Videos mit liberalem Bezug aus, sei es in Form von Reportagen, Aufzeichnungen von Vorträgen oder Interviews mit freiheitlich gesinnten Köpfen.
Zumindest bei den beiden letztgenannten Punkten hat sich seit 2013 doch etwas bewegt: Eine junge Gruppierung namens „Sons of Libertas“ stellt seit Mai Videos von liberalen Vorträgen und Veranstaltungen sowie selbstgeführte Interviews mit Persönlichkeiten aus dem liberalen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Politikbereich online. Mehr als 50 Filme sind in diesem kurzen Zeitraum bereits erschienen, in denen die Söhne auch durchaus bekanntere Namen – die in den Mainstreammedien in der Regel aber natürlich trotzdem kaum Beachtung finden – vor die Kamera holen konnten.
Die Idee, eigene Videos rund um das Thema „Liberalismus“ zu drehen und diese im Netz zu verbreiten, entstand laut Andreas, eines der Gründungsmitglieder der „Sons of Libertas“, bereits Ende letzten Jahres. Er, Marvin und Jurek hätten damals über das Thema diskutiert und überlegt, wie man liberale bis libertäre Ideen abseits des politischen Betriebs an den Mann bringen könnte. Marvin und Jurek hatten bereits zuvor hobbymäßig Erfahrungen im Videobereich gesammelt und auch erste Vorträge gefilmt, Andreas dagegen konnte seine über die letzten Jahre geflochtenen „Facebook“-Beziehungen nutzen, um erste Anfragen zu stellen und ein Netzwerk zu knüpfen. Seit ungefähr zwei Jahren betreibt er mit seinem Account „Wir lieben Freiheit“ einen kleinen News-Channel.
Die Anfänge der „Sons of Libertas“ sind auf März dieses Jahres datiert. Zu der Zeit war ich selbst jedoch noch nicht dabei. Die ersten Videos auf unserem „YouTube“-Kanal stammen von der Anti-GEZ-Demo der „Partei der Vernunft“ in Köln. Hierbei handelt es sich jedoch ausschließlich um Mitschnitte der Vorträge, eigens geführte Interviews fanden damals noch nicht statt. Zu einem solchen kam es erst im Juni, als Marvin Henning Lindhoff in seiner Funktion als stellvertretender Chefredakteur von „eigentümlich frei“ an der Kölner Rheinpromenade traf, um über die aktuelle Ausgabe der libertären Zeitschrift zu reden. Es war zugleich der Beginn der ersten einigermaßen regelmäßig stattfindenden Serie „eigentümlich freies Pläuschchen“ der „Sons of Libertas“. Kurz darauf stießen mit Tim und Thomas zwei weitere Freunde von Marvin, Jurek und Andreas zu dem Projekt dazu.
Ich selbst wurde von Andreas in den Tagen darauf gefragt, ob ich nicht auch Lust hätte, mitzuwirken. Anfang Juli war ich das erste Mal mit auf Tour, als wir zunächst in Münster in der Universität einen Gastvortrag von Professor Philipp Bagus sowie ein anschließendes Interview mit ihm filmten und anschließend uns mit André Lichtschlag zum zweiten „eigentümlich freien Pläuschchen“ in Grevenbroich trafen. An dem Tag waren Andreas, Marvin und Tim mit unterwegs, die ich bereits daher kannte, als ich im September 2012 von ihnen auf dem Weg nach Karlsruhe zur Demonstration gegen den ESM mitgenommen wurde. Wie ich erst viel später erfuhr, hatte damals keiner von ihnen sonderlich große Lust, mich auf der Fahrt dabei zu haben – aus unterschiedlichen Gründen. Der wichtigste jedoch war, dass ich ihnen von dem gemeinsamen Bekannten, der die Mitfahrgelegenheit für mich organisiert hatte, als freier Journalist angekündigt worden war. Offenbar wurde ihnen auch gesagt, ich hätte vor, sie zu ihrer Tätigkeit in der PdV zu interviewen. Die Situation entspannte sich letztlich aber doch recht schnell, als sich neben den politischen Ansichten auch diverse andere Gemeinsamkeiten herauskristallisierten. Insbesondere mit Andreas entwickelte sich in den kommenden Wochen und Monaten eine gute Freundschaft. Wie sich nämlich herausstellte, waren wir quasi Nachbarn, so dass die gemeinsamen Treffen danach sehr schnell regelmäßig wurden.
Mittlerweile sind bei den „Sons of Libertas“ noch weitere Brüder hinzugekommen – Meikel, Julian und Bilal. Womit die Gruppierung derzeit neun Mitglieder aufweist. Obwohl ich gar nicht weiß, ob diese Bezeichnung passend ist. Vielmehr sind wir bislang ein loser Haufen junger, politisch interessierter und von der Politik angewiderter Männer, die sich untereinander mehr oder weniger kennen, aber gemeinsam haben, dass sie die Schnauze voll haben, dass offenbar immer mehr Menschen kein Problem damit haben, dass der Staat immer dreister die Freiheitsrechte eines jeden Individuums untergräbt. Unter einem festen Namen veröffentlichen wir Videos, weil wir es als wichtig ansehen, die Idee der Freiheit, so gut es eben geht, zu verbreiten. Kurzum: Ich bin ein freier Mensch, und mein Leben und mein Eigentum, welches ich rechtmäßig, durch freien Handel, erworben habe, gehört niemanden außer einzig und allein mir; und genauso wenig gehört mir das Leben oder Eigentum eines anderen Menschen, sondern einzig und allein ihm – das ist die Maxime des Liberalismus, das ist die Maxime, die wir akzeptieren, nach der wir leben und an deren Verbreitung uns gelegen ist.
Wie das in Zukunft weiter aussehen wird, lässt sich schwer sagen. Wir wissen zum Beispiel selbst, dass wir in Interviews kritischer auftreten müssen, und natürlich kann auch von technischer Seite aus noch einiges verbessert werden. Allerdings stemmen wir das gesamte Projekt bislang ausschließlich in unserer Freizeit – neben Jobs und vereinzelt Studium. Keiner von uns hatte auf diesem Gebiet vorher wirkliche Erfahrung, und weder Marvin noch Andreas standen zuvor vor einer Kamera, um dort mit den unterschiedlichsten Menschen Interviews zu führen.
Eine spannende Frage ist sicherlich, inwiefern wir es schaffen werden, unser Angebot auszuweiten. Mit ziemlicher Sicherheit bleiben Veranstaltungsmittschnitte sowie Interviews weiterhin ein Hauptaugenmerk unserer Tätigkeit, vor allem weil diese mit vergleichsweise wenig Aufwand bewerkstelligt werden können. Aber es ist beispielsweise auch gut vorstellbar, dass wir in Zukunft diese vermehrt in Form von kleineren Dokumentationen veröffentlichen werden – wie zum Beispiel beim Unterstützungscamp für Frank Schäffler bereits ein erster Versuch in diese Richtung unternommen wurde. Ich persönlich würde mich freuen, wenn wir uns auch dem Themenfeld der Reportage annähern. Meiner Meinung nach müssen diese sich auch nicht ausschließlich mit Liberalismus im engeren Sinne beschäftigen, sondern können in eine offenere Richtung gehen. Außerdem steht auch die Erstellung einer Homepage zur Debatte. Diese ginge dann aller Wahrscheinlichkeit nach in Form eines politischen Blogs online und böte, neben eigenem Material, vor allem Platz für Gastbeiträge.
Wie dem auch sei, jetzt mal Butter bei die Fische: Im Grunde genommen wollen wir aus den „Sons of Libertas“ eine Marke machen. Neben dem ganzen idealistischen Kram, hinter dem wir dennoch alle stehen, wollen wir vor allem eins: uns unseren Platz an der Sonne und unser Stück vom Kuchen erarbeiten. Und natürlich wollen wir möglichst auch ein wenig von diesem wertlosen Papierspielgeld namens Euro, Dollar oder wie auch immer damit verdienen, um dieses – solange das noch möglich ist –, in richtiges, gedecktes Geld oder materielle Werte zu investieren. Oder um es schnellstmöglich zu unserem Vergnügen wieder auszugeben, denn wer am Ende, beim kompletten Wertverlust, den Schwarzen Peter in der Hand hält, ist der Gelackmeierte.
Übrigens wurde die römische Göttin der Freiheit „Libertas“ – deren Söhne wir laut unseres Namens schließlich sind – früher meist als schöne Frau dargestellt. Wahrscheinlich war das auch der Hauptgrund, warum wir Andreas und Marvin, die im öffentlichen Auftreten unsere bis dato einzigen Aushängeschilder sind, vor die Kamera gestellt haben: Ihr wallendes Haupthaar soll dafür Sorge tragen, dass die Frauen auf uns aufmerksam werden. Denn das ist unserer Meinung nach eins der größten Mankos der deutschsprachigen liberalen / libertären Szene: der Mangel an Frauen insgesamt sowie der Mangel an hübschen Frauen im Besonderen. (Hoppla, habe ich das jetzt wirklich geschrieben? Nicht, dass wir jetzt von den politisch Korrekten als Sexisten und Machos betrachtet werden. Die Schönheit einer Frau ist natürlich relativ und liegt im Auge des Betrachters. Aber seien wir doch einmal ehrlich: Kein Mann mit wenigstens einem gesunden Auge wünscht sich doch ernsthaft ein Aushängeschild à la Claudia Roth.) Weil wir uns jedoch gegen eine Frauenquote wehren, haben wir bereits die Entstehung der „Daughters of Libertas“ zumindest ins Auge gefasst.